Donnerstag, 29. Oktober 2009

Neue Ausgabestelle in Stadtallendorf

Dr. Martin Heinzl (von links), Waltraud Dorn, Dr. Oliver Fraß, Dr. Anne-Marie Krehbiel, Rita Vaupel und Dr. Ortwin Schuchardt stehen vor der neuen Ausgabestelle der Stadtallendorfer Kindertafel neben dem Hallenbad. Foto: © Tobias Hirsch; OP-Marburg

Mediziner unterstützen die Kindertafel

Die Kindertafel hat eine neue Ausgabestelle bezogen. Ärzte und Zahnärzte aus Stadtallendorf zahlen die Hälfte der Miete.

Stadtallendorf. Einen Tag nach Nikolaus fing es an: Am 7. Dezember 2007 öffnete die erste Kindertafel Hessens in Stadtallendorf ihre Pforten. Damals kamen 18 Kinder, deren Eltern sich in einer schlechten finanziellen Situation befinden, in das Stadtallendorfer Gemeinschaftszentrum, um sich dort kostenlos Lebensmittel und Schulmaterial abzuholen.

Seitdem ist die Nachfrage stetig gewachsen. Mittlerweile nehmen mehr als 90 Kinder das Angebot wahr. Zum einen freut dies die Mitarbeiter der Kindertafel. Auf der anderen Seite ist dies aber auch eine traurige Entwicklung: „Es ist erschreckend, dass es so viele Kinder sind, die unsere Hilfe benötigen“, sagt Erich Lindner, stellvertretender Vorsitzender der Marburger Tafel. Weil es mittlerweile so viele geworden sind, hat die Kindertafel nun neue Räume bezogen. Vom Gemeinschaftszentrum wechselte die Ausgabestelle wenige Meter weiter in die Straße „Am Hallenbad“ 5.

Rita Vaupel, Vorsitzende der Marburger Tafel ist damit sehr zufrieden. „Hier herrscht eine freundliche kindgerechte Atmosphäre“, sagt Vaupel über die neue Ausgabestelle. Zudem müsse man sich in den Ferien, in denen das Gemeinschaftszentrum geschlossen ist, nicht mehr um Ausweichmöglichkeiten bemühen. „Die Ausgabestelle ist jetzt immer freitags am selben Ort zu finden“, sagt Vaupel. Da die Tafel für das Ladengeschäft im Stadtturm Miete zahlen muss, holten sie sich Sponsoren mit ins Boot. „Da wir die Räume nur jeden Freitag nutzen, wäre es sonst nicht bezahlbar gewesen“, begründet Vaupel. Ärzte und Zahnärzte aus Stadtallendorf zahlen daher für die Dauer von drei Jahren die Hälfte der Miete.

„Ich war überrascht, dass sich sofort so viele Ärzte und Zahnärzte bereit erklärt haben, die Kindertafel zu unterstützen“, sagt Dr. Ortwin Schuchardt, der die Organisation dafür übernommen hatte. Vieles sei auf dem kleinen Dienstweg geregelt worden. „Einige Anruf haben genügt“, sagt er erfreut. Marhaf Abboud, Gunter Beyer, Oliver Fraß, Heike Funck, Martin Heinzl, Anne-Marie Krehbiel, Marita Langohr, Joachim März, Ortwin Schuchardt, Stefan Weiershausen, Fikret Yüzgülen, Uta Gruß, Thomas Heim, Jon Jansen, Wolfgang Klenner, Herbert Köller, Susanne Peter und Ralf Petri unterstützen die Kindertafel. „Wenn sich so viele Menschen ehrenamtlich für die Tafel engagieren, ist es für uns das Mindeste, etwas Geld dazu zu geben“, begründete Schuchardt. Zudem handele es sich um Stadtallendorfer Kinder und Familien, die unterstützt werden.

von Tobias Hirsch; OP vom 29.10.2009